Luftsportverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.

Segelflugliga Runde 14

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Die Eifel schlägt zurück

AW-Fliegern gelingt ein doppelter Rundensieg

Nicht selten hatten die Segelflieger des Ahrkreises in den vergangenen Rundenflug-Landesliga gegenüber den weiter südlich beheimateten Konkurrenten vom Wetter her das Nachsehen. Nun wurden sie dafür entschädigt und konnten sogar einen Doppelsieg feiern.

Für die Segelfluggruppe (SFG) Wershofen als Rundensieger und den Luftsportverein (LSV) Bad Neuenahr-Ahrweiler als Zweitplatzierten erwies es sich als Glücksfall, dass am Samstag die vorherrschende Warmluft durch von Nordwesten herein ziehende, kühlere Luft belebt wurde. Auch wenn man davon am Boden wenig merkte und unbeirrt weiterschwitzte, bescherte dies den Segelfliegern des Ahrtals und der Eifel im Gegensatz zum Rest des Landes brauchbare Thermik. Leider konnte der Luftsportverein Mönchsheide (LVM) hiervon nicht profitieren, da die meisten der Bad Breisiger Leistungspiloten aktuell ihren Segelflugurlaub im Ausland verbringen und somit nicht in der Segelflugliga starten können.

Nicht nur in der Landesliga, sondern auch in der bundesweiten Quali-Liga können sich die beiden übrigen AW-Clubs über Punkte freuen: bei den Wershofenern war es vor allem Jürgen Ruland, der mit seinem Ventus 2cM vom Flugplatz Aachen-Merzbrück startete und es mit seiner ungewöhnlichen Flugwegwahl über 247 Kilometer nach Venlo und weiter nach Wesel und retour als schnellster der Eifeladler auf einen Liga-Schnitt von 82,54 km/h brachte und somit wertvolle Punkte sicherte. Nicht ganz so schnell unterwegs waren Wolfgang Hofmeister-Dunkel (DG-800S; 46,17km/h), Norbert Peter (Cirrus 18m; 39,69km/h) sowie in der Landeswertung Norbert und Heike Mülligann (Taurus; 30,16km/h), die das weitere Team bildeten. Sie alle waren mit Startplatz Wershofen in Ahrgebirge und Vulkaneifel unterwegs und konnten dabei zwischen 100 und 150 Kilometer sammeln. Dafür gibt es neben dem Rundensieg in der Landesliga Platz 13 und 38 Punkte in der Quali-Liga, über die man sich in Wershofen zwar freut, mit Rang 124 im Gesamtklassement aber keine Hoffnungen auf einen Aufstiegsplatz mehr machen braucht.

Ganz anders sieht das in Bad Neuenahr-Ahrweiler aus: In der Rotweinmetropole war es wieder einmal Jürgen Koch, der auf HpH 304SJ Shark in einem knapp 400km-Flug über den nahe Blankenheim gelegenen Flugplatz Dahlemer Binz, Saarlouis und den Flugplatz Nastätten im nördlichen Taunus mit 86,28km/h Liga-Schnitt die Punkte an die Ahr holte. Ulrich Werner erflog mit seinem Standard-Cirrus über Hocheifel und Brohltal nach Neuwied und zurück einen Schnitt von 28,67 km/h. Leider fehlte dem LSV der dritte Pilot zur Vervollständigung des Teams, sonst wäre in der Quali-Liga sicher mehr bei herausgekommen als Platz 31. Dennoch kann der LSV sich freuen: zwar bleiben sie in der Gesamtwertung auf Tabellenplatz 9, es trennen sie aber nur noch zehn Punkte von einem Aufstiegsplatz! In der Landesliga bleiben die Ahrtalsegler unangefochten auf der Führungsposition. Federn lassen musste hingegen der LVM, der ohne Wertungsflug in der Landesliga nun mehr Platz 13 belegt.

Luftaufnahme der teilnehmenden Taifuns vor der Neuenahrer Heidestube. (Foto: Michael Beck)Während die Segelflieger in der Luft auf Thermiksuche waren, ging es auf dem Neuenahrer Flugplatz "Bengener Heide" am Samstag eher gesellig zu. Zum "Taifun-Treffen" waren 14 Besitzer des Motorseglers "Valentin Taifun 17E" aus ganz Deutschland mit ihrem Flugzeug und acht weitere mit dem Auto an die Ahr gekommen, um sich untereinander über ihre schnittigen Vögel auszutauschen. Dieser Typ wurde in den 80er-Jahren in Süddeutschland als Reisemotorsegler konstruiert. Insgesamt 136 Exemplare entstanden bis zur Produktionseinstellung im Jahr 1990. Dank der Fertigung in moderner Kunststoffbauweise, der Ausstattung mit einziehbarem Fahrwerk sowie der Möglichkeit, das Flügelprofil der Fluggeschwindigkeit anzupassen, ist man mit ihr trotz lediglich 90 PS Motorleistung schneller unterwegs als mit manchem Motorflugzeug. Dass dieses Modell trotz guter Flugleistungen keine weite Verbreitung erfahren hat, dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass aufgrund des Fertigungsaufwandes die Kosten für ein Neuflugzeug seinerzeit recht hoch waren. Wer heute hingegen eine Maschine sein Eigen nennt, gibt sie aber so schnell nicht wieder her. Sowohl in Bad Neuenahr als auch auf der Mönchsheide ist schon seit vielen Jahren ein Exemplar stationiert. Doch auch, wenn man dank der langen Flügel auch problemlos ohne Motor fliegen könnte, bevorzugen es die Piloten, mit Triebwerk zu reisen und überlassen die Jagd nach den Ligapunkten lieber den reinen Segelflugzeugen.

Autor: Uwe Bodenheim
Beitragsersteller: Webmaster

 

Teilnehmer des Taifun-Treffens vor der abgestellten Taifun-Flotte. (Foto: Thomas Marr)

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